Startseite
    Allgemein
    Musik
    Konzerte
    Kabarett und Humor
  Über...
  Archiv
  Konzertbesuche
  Favourite Songs
  Lieblingszitate aus Lieblingssongs
  Lustiges und Sinnloses
  Diverse Verse
  Gästebuch
  Kontakt
  Abonnieren
 


 
Freunde
   
    cloeisalive

    missnameless
   
    lenirox

    - mehr Freunde



Letztes Feedback
   29.11.16 20:05
    Schau mal nach bei: http
   2.09.17 07:15
    Bfhuwe fwbihfwei wbfeihf
   2.09.17 07:15
    Uhwefwi ufhweifhw wnfjwe
   2.09.17 19:50
    Bfhuwe fwbihfwei wbfeihf


Zurzeit On Air:
diverses

Nächster Konzertbesuch:
Wenzel
14.12.2013, Rudolstadt



http://myblog.de/riseabove

Gratis bloggen bei
myblog.de





 
„When times get rough you can fall back on us“ - Peter Gabriel in Leipzig, 11.10.2013

Eigentlich hatte ich mich ja wirklich schon lange auf dieses Peter Gabriel Konzert in Leipzig gefreut. Die Zeit war schon lange wieder mal reif dafür. Das hab ich schon immer bei Ray Wilson gemerkt, wenn er „Solsbury Hill“ zum Besten gegeben hat. ;-) Ja die beiden Auftritte im Rahmen der „New Blood“-Tour waren wirklich beeindruckend und ich hab das sehr genossen. Aber nun musste endlich auch mal wieder eine „richtige“ Tour mit Band her. Und die gab es nun auch, nachdem man letztes Jahr noch in den USA quasi „geübt“ hatte. *lach* Trotzdem ist es mir gestern zuerst reichlich schwer gefallen, mich entsprechend zu motivieren. Bei dem Sauwetter draußen vor der Tür war das allerdings auch nicht verwunderlich. Den ganzen Tag über hatte es schon geregnet, zum Teil aber nur leicht. Und kurz bevor ich dann losziehen wollte, fing es richtig an zu schütten. Aber was hilft‘s, da muss man dann durch. Nur die Harten kommen in‘ Garten. ;-) Spaß hat die Fahrerei wirklich nicht gemacht, denn es hat fast von Anfang bis Ende durch gegossen. Mehr als 100 auf der Autobahn waren meist nicht drin und selbst das war stellenweise schon zu viel. Zum Glück sind alle, die in die gleiche Richtung wie ich wollten, überwiegend vernünftig gefahren. Vielleicht bis auf den einen, der da sein Auto sauber auf den grünen Hang neben der Straße gesetzt hatte. Sah auch gar nicht groß kaputt aus, das Teil. In der Gegenrichtung war man wohl nicht so vorsichtig, bei Eisenberg hatten sich mindestens 4 Autos miteinander angelegt und die Strecke war dicht. Zum Glück hab ich mein Ziel trotz aller Unbilden sicher erreicht und kurz vor der Abfahrt Leipzig wurde zwar die Wolkendecke noch dichter und eher grauschwarz, trotzdem hörte ausgerechnet da der Regen komplett auf. Geht doch. Aber zu früh gefreut, auf dem Weg in die Stadt rein ging es dann doch wieder los. Ich hab mich weiter bis zur Arena gekämpft und musste feststellen, diese 10 Euro Parkgebühr dort waren vor 3 Wochen leider keine Ausnahme sondern sind scheinbar mittlerweile Standard. Eigentlich eine Frechheit. Was kann da jetzt so teuer geworden sein? Das Fegen des Pflasters? Denn weder werden die Autos während der Standzeit gewaschen oder poliert, noch werden sie von fachkundigen Kräften eingeparkt. Bin dann zuerst noch im Auto sitzen geblieben und als der Regen ein bisschen nachließ, hab ich mir mal den Eingangsbereich angeschaut. Ja es gab genug Platz zum Unterstellen, besonders an diesem Unterstand mit den Parkautomaten. Ein paar Leute hatten diesen Platz auch schon entdeckt. So stand man trocken und konnte den Schleusenbereich vielleicht 10 Meter entfernt bestens im Auge behalten. Bei nachlassendem Regen haben sich dann die ersten so gegen halb 6 doch schon dort platziert und was bleib mir weiter übrig als mich ihnen anzuschließen. ;-) Und siehe da, sogar der Wettergott hatte plötzlich ein Einsehen, 10 Minuten später hörte der Regen auf und kam wohl an diesem Abend auch nicht nochmal wieder.

Am Einlass der der erste von zwei kleinen negativen bzw. nervigen Momenten des Abends. Einlass war laut Karte für 18 Uhr anberaumt. Um diese Zeit waren auch schon etliche Leute vor Ort. Und natürlich gab es auch wieder diese Experten, die irgendwie das Ende der Schlangen nicht erkennen konnten und sich unbedingt direkt vorn von der Seite her reinschieben mussten. Zwei Herren neben mir waren da ganz besonders dreist. Alter schützt eben vor Dummheit auch nicht. Ich bin zwar strikt dagegen, unsinnige Vorurteile immer wieder aufzukochen. Aber wer so den Wessi raushängen lässt, der hat es nicht anders verdient. Dass sie irgendwo aus dem Hessischen kamen, merkte man an der Sprache. Alles andere an der dummen Quatscherei. 5 Minuten verspäteter Einlass waren für den einen dann doch schon Grund genug, sich immer wieder entsprechend aufzuregen. Wäre halt typisch Osten. In Frankfurt wäre ihm sowas ja noch nie passiert! Worauf sein Begleiter dann erwiderte, da hätten sie aber letztens auch mindestens eine Stunde länger warten müssen! Ratet mal, wem da das Gesicht zu einem breiten Grinsen entgleist ist! *doppelgrins* Das hat dann seine Wirkung auch nicht verfehlt und auf einmal war es ziemlich still neben mir. ;-)

Dass es diesmal mit der ersten Reihe nicht klappen würde, das war mir im Vorfeld schon absolut klar. Zum einen hat die Arena in Leipzig ja 2 Einlassbereiche, die Leute kommen also von mehreren Seiten gleichzeitig. Auch waren auf meiner Seite zusätzlich zu den 3 Hauptschleusen an der Seite auch noch weitere Zugänge eingerichtet, also noch mehr strömende Personen auf einmal. Um dann zur Bühne zu kommen, muss man auch erstmal quer durch die ganze Halle und bevor ich in meiner Tolpatschigkeit noch diese komische Treppe runterfalle, hab ich es etwas vorsichtiger angehen lassen. Ja und nicht zu vergessen, die direkt über den Fanclub verkauften Tickets waren mit der Option behaftet, dass man bevorzugt ein paar Minuten früher in die Halle darf, um sich den besten Stehplatz sichern zu können. Und von diesen Leuten waren gestern etliche vor Ort. Na ok, jeder macht sich halt so seine Regeln. Von daher gab es schon einigen Andrang, als ich vor der Bühne ankam. Ich hab dann doch noch einen relativ guten Platz ziemlich mittig etwa in der 4 Reihe erwischt. Wollte halt doch nicht weiter an den Rand. Richtig optimal war der Platz zwar nicht. Durch diverse Verschiebungen bis zum Beginn des Konzertes kam ich dann direkt hinter einem Typen zu stehen, der fast so groß wie ich war. Dadurch war es teilweise schwierig, abwechselnd Bass oder Schlagzeug ordentlich im Blick zu behalten. Aber da man links und rechts von ihm gut vorbeischauen konnte, war das nicht ganz so dramatisch.

Wenn wir schon bei der Raumplatzierung sind, vielleicht können wir dann hier gleich noch den zweiten nervigen Moment abarbeiten. Dann können wir uns anschließend nur auf das Schöne konzentrieren. ;-) Ihr habt das ja sicher auch schon erlebt, man steht sich stundenlang die Beine in den Bauch für einen guten Platz und dann kommen kurz vor Beginn irgendwelche Experten und meinen, sich irgendwie in die erste Reihe drücken zu können, weil ihnen das einfach so zustünde. So auch gestern wieder. In der kleinen Umbaupause nach dem Vorprogramm gab es plötzlich Bewegung hinter mir und da drängelte sich so ein Typ mit seiner Dame nach vorn, weil er die Leute im Pulk vor mir kannte und nun unbedingt noch dahin musste. OK auch wenn ich dann nicht unbedingt gleich was dazu sage, ich kann in solchen Situationen sehr breit werden. Und vor allem ganz fest an dem Platz verwurzelt bleiben, an dem ich mich gerade befinde. Die Folge war, er konnte ich noch an mir vorbei schieben, seine Dame allerdings nicht und ich stand quasi zwischen den beiden. Für mich hat es damit auch keine Sichtbeeinträchtigung gebracht. Die Leute schräg hinter mir haben sich allerdings berechtigterweise entsprechend aufgeregt. Wenn man selber nicht sehr groß ist und dann kommt noch so ein Lulatsch dazwischen reingedrängelt, da kann einem schon die Geduld reißen. Das konnte der Typ nun wieder gar nicht verstehen. Wie man nur so unentspannt sein könne. Und es wären ja Stehplätze hier und keine Platzkarten. Ja eben. Dann komm halt das nächste Mal auch eine Stunde früher, du Depp! Die Diskussionen gingen eine Weile hin und her, der Typ hat es nicht geschnallt. Ja er würde, wenn es dann losgeht, ein Stück weiter nach rechts rücken. Irgendwie haben sich aber die Herrschaften hinter ihm dann doch selber anders arrangiert, das ganze Feld der „kleinen Leute“ fand sich dann plötzlich ein Stück weiter seitlich. So blieb er dann auch da stehen wo er stand, eben rechts von mir. Aber ich blieb auch da, wo ich war. Und so hatten er und seine Dame bis zu den Zugaben auch keine Gelegenheit mehr zusammenzurücken. So richtig genossen hat er das Konzert wohl zumindest zuerst nicht. *grins* Pech gehabt. Dass dann zwischendurch auch noch sein Handy lauthals klingelte – geschenkt. Obwohl es mich nun nicht direkt betraf, irgednwie war meine Stimmung dann doch erstmal in den Keller gerutscht und ich befürchtete bereits das Schlimmste. Aber kaum zwei Lieder später zeigte dieses Grinsen in meinem Gesicht: das Feeling eines PG-Konzertes ist stärker als jede Nerverei drumherum. ;-)

Aber nun genug gemosert und zurück zum gemütlichen Teil des Abends. ;-) Es ging ziemlich pünktlich gegen 20 Uhr los. Peter kam auf die Bühne, begrüßte sein Publikum (natürlich auf deutsch – vom Zettel abgelesen aber immerhin!) und kündigte den Support-Act an. Diese Aufgabe fiel seinen beiden schwedischen Background-Sängerinnen Linnea Olsson und Jennie Abrahamson zu, welche das auch sehr gut meisterten. Jede der beiden gab jeweils zwei ihrer eigenen Songs zum Besten, die eine mit Cello und Gesang, die andere mit Piano, elektronischem Schlagwerk und Gesang. Interessante Musik, da kann man sicherlich nochmal das eine oder andere Ohr riskieren. Danach gab es eine kleine Umbaupause und dann ging es auch schon los mit der eigentlichen Show. Peter kam erneut auf die Bühne und erklärte kurz das Konzept des Abends. Man werde heute so etwas wie ein 3-Gänge-Menü servieren mit Vorspeise, Hauptgang und Dessert. Wobei ich sagen muss, dass es sich dabei um ein sehr reichhaltiges Dessert gehandelt hat. ;-) Ich hatte ja hier bereits geschrieben, diese „Back To Front“-Tour, die letztes Jahr in Amerika ihren Anfang nahm und nun endlich auch nach Europa gekommen ist, steht unter dem Motto des 25-jährigen Jubiläums des PG-Albums „So“. Aus diesem Grund wird eben dieses Album auch in Gänze gespielt. Und nicht nur das, auf der Bühne stehen eben jene Musiker, die es auch damals schon live den Menschen nahegebracht haben: David Sancious an den Keyboards, Manu Katché an den Drums, David Rhodes an der Gitarre (wie seit vielen Jahren bereits) und am Bass natürlich der unermüdliche Tony Levin, der Peter Gabriel ja schon von Beginn seines Solowirkens an begleitet. Nur die beiden Backgroundsängerinnen waren damals nicht dabei. Damals gab es wohl gar keine weiblichen Stimmen auf der Bühne. Die „Live in Athens“-Aufnahme von 1987 ist ein gutes Dokument, wie das damals alles klang und aussah. Und ich finde sie auch deshalb bemerkenswert, weil „Don’t Give Up“ ohne weibliche Stimme funktionieren musste. Da hat der Gabe ganz allein gesungen. Auch einen spezielle Version und nicht schlecht. Aber für die richtige Wirkung braucht es halt ein Duett. ;-)

Technisch schien man auf den ersten Blick wohl nicht sooo viel aufgefahren zu haben wie z.B. auf der Tour 2003/2004. Neben der „normalen“ Lichtshow gab es diese große Video-Wall im Bühnenhintergrund, auf der immer wieder diverse Bilder und Farbspiele eingespielt wurden. Ehrlich gesagt, so richtig hab ich das teilweise gar nicht wahrgenommen, weil ich mehr auf die Hauptakteure fixiert war. Als besonderer Clou erschienen diesmal 5 Kranarme, bestückt mit Scheinwerfern und teilweise auch Kameras, welche entweder aus dem Hintergrund heraus agierten oder auch mal um die Bühne herum geschoben wurden. Was man damit alles angestellt hat, das war schon der Hammer. Und natürlich war da auch noch was zum von-der-Decke-herablassen aber dazu komm ich noch. ;-)

Los ging es also mit der Vorspeise, dem akustischen Teil des Abends. Nicht nur akustisch, man wollte auch so ein bisschen die Atmosphäre eines Proberaumes heraufbeschwören und dem ganzen einen Anstrich von noch-im Bau-befindlich geben. ;-) Deshalb blieb auch vorerst der größte Teil des Saallichtes an. Der Einstieg erfolgte mit „O But“, einem neuen aber erst halbfertigen Stück, quasi Demomaterial mit Peter am Piano und Tony am Bass. Sparsam instrumentiert und einen Text gibt es dafür auch noch nicht, da werden nur so eine Art Melodiesilben gesungen. Ganz interessant aber doch nicht so unbedingt meine Welt. ;-) „Come Talk To Me“ brachte mich dann aber sofort weg in diese musikalische Zauberwelt. Nicht nur dass es eines meiner absoluten Lieblingslieder ist, es macht sich auch gut in diesem akustischen Gewand. Mr. Sancious am Akkordeon dazu – wow, der Hammer. Und ausgerechnet dieses Lied brachte mir noch ein Erlebnis ganz besonderer Art. Durch die Encore-Serie hab ich das ja schon immer mal mitbekommen, selber live erlebt hab ich diesen Moment bisher allerdings noch nicht. Bis gestern. Jetzt kann ich endlich sagen: ja, auch ich war dabei und habe ihn wirklich miterlebt … einen von Peters berühmt berüchtigten Fuck Ups. *lach* bei der Einleitung zu „Come Talk…“ hat er sich irgendwie mit dem Text verheddert und wohl auch nicht so ganz jeden Ton getroffen. Und was macht ein Peter Gabriel in so einem Fall? Er bricht den Song ab und startet nochmal neu. So einfach ist das! *grins* Weiter dann mit „Shock The Monkey“, dem diese abgespeckte Version auch sehr gut stand. Gespielt übrigens mit 2 Akustikgitarren von David und David. ;-) Mit dem folgenden „Family Snapshot“ gab es dann quasi die Verbindung von Teil 1 zu Teil 2, eine Brücke von der Vorspeise zum Hauptgang, vom akustischen zum elektrischen Teil. Am Anfang konnte ich mit diesem Stück nicht so viel anfangen, mittlerweile mag ich es aber sehr gern. Zuerst der ruhige Teil im akustischen Stil und mit dem schnellen Mittelpart steigen dann auch Gitarre, Schlagzeug und Keyboards voll ein. Auch das Saallicht wurde dabei schon gelöscht, das hab ich allerdings erst mitbekommen, als der Song dann vorbei war. ;-) Die Atmosphäre hat einen echt gefesselt. Erstes komplett elektrisches Stück dann „Digging In The Dirt“, auch eines meiner absoluten Lieblingslieder. Und Peter Gabriel schafft es immer wieder, mittel seiner Bühnendramaturgie diesem Stück die entsprechende Düsternis einzuhauchen. Diesmal geisterten dazu zum ersten Mal die Scheinwerfer dieser 5 fahrbaren Masten durch die Luft und lieferten eine teilweise schon gespenstische Ausleuchtung ab. Sehr genial gemacht. Auch „No Self Control“ erhielt dadurch seinen speziellen Höhepunkt, Peter taumelnd in der Bühnenmitte und umringt von den Masten, die ihn förmlich eingeschlossen haben. „Secret World“ mit den ersten größeren Farbspielen auf der Rückwand und vor allem mit den ersten Tanzeinlagen von Peter und der Band. ;-) ganz toll auch (wie immer eben) „Solsbury Hill“, wie viele Kilometer mag der Gabe bei diesem Song schon auf der Bühne zurückgelegt haben? *lach* Auch wenn ich es schon so oft gehört habe, dieses Lied wird mir nie zu viel. Den Abschluss der Hauptspeise bzw. des elektrischen Teiles bildete dann mit „Why Don’t You Show Yourself“ ein weiteres neues Stück. Ob das nun schon die endgültige Version ist, ich hab keine Ahnung. Gefallen hat es mir auf jeden Fall sehr gut. Und wäre da nicht dieser heftige Einstieg von Gitarre und Schlagzeug im mittleren Teil, dann könnte dieses Lied sehr gut auch von Leonard Cohen stammen. So war zumindest mein erstes Gefühl beim Hören!

Ja und dann war es Zeit für das Dessert. Ein feines Dessert, ein sehr ausführliches Dessert: das gesamte Album „So“ am Stück! Solche speziellen Aufführungen sind immer wieder toll. Sicher, man kennt etliche der Songs auch aus dem normalen Programm von PG. Aber eingebettet in den Rest der Scheibe ist das Erlebnis doch nochmal ganz anders. Stücke wie „We Do What We’re Told“ oder „This Is The Picture“ hab ich dadurch erstmal wirklich richtig erfahren, da hab ich sonst manchmal nur mit einem halben Ohr hingehört. Und selbst „Sledgehammer“, das für mich persönlich mittlerweile schon ein bisschen abgenudelt war, konnte ich gestern wieder richtig mitfeiern. Auch hab ich erst in diesem Teil so richtig die filigrane und tadellose Arbeit von Manu Katché am Schlagzeug mitbekommen, da hatte ich vorher noch gar nicht so drauf geachtet. Ein dickes Dankeschön für ein grandioses „That Voice Again“! :-) Peter bei „Mercy Street“ am Boden liegend und singend, umgeben von den Scheinwerferarmen wie neugierige und gleichzeitig schützende Schlangen, das hatte echt was. Das war ein wirklicher Gänsehautmoment. Richtig dicke Gänsehaut hat mir aber „Don’t Give Up“ gebracht. Dieses Lied hat es eh in sich und das Duett zwischen Peter und Jennie Abrahamson war einfach bärenstark. Das hat diesen Kloß im Hals förmlich herausgefordert. Und was soll ich machen, in solchen Momenten krieg ich halt immer wieder feuchte Augen, ich kann es auch nicht ändern…

Mit „In Your Eyes“ verabschiedete sich die Band dann zum ersten Mal von der Bühne. Aber natürlich kamen sie nicht ohne Zugabe davon. „The Tower That Ate People“, nochmal eine richtig heftige und krachige Nummer, bei der der Gabe dann zum Schluss tatsächlich von einem von der Decke herabgelassenen Turm umhüllt wurde. Und dann, als allerletztes Stück, „Biko“. Ich hab dieses Lied vom ersten Hören an geliebt, da wusste ich noch gar nicht, worum es darin eigentlich geht. Aber schon die Musik allein strahlt so etwas Besonderes aus. Manche fragen ja, warum er dieses Stück heute immer noch oft singt, das Thema wäre doch längst gegessen. Aber es geht halt nicht um Steven Biko und Südafrika allein, es steht auch heute noch ganz einfach für Leute, die für das, woran sie glauben, hundertprozentig mit allen Konsequenzen einstehen, auch wenn es sie das Leben kosten sollte. 2004, bei meinem ersten Peter Gabriel Konzert in Nürnberg, gab es das Lied schon als Zugabe zu hören. 2007 in Dresden wurde es zum ersten Mal auf der damaligen Tour wieder ins Programm genommen. Und auch gestern war es wieder da. Und ich mittendrin. Emotionen rauf und runter, das volle Programm. Gerade dieser Moment, wenn PG dann beim letzten Mitsingteil das Mikro zum Publikum dreht und mit ihnen mit den Worten „The rest is always up to you“ die Regie übergibt, ist immer wieder bewegend. Zuerst hatte ich gestern leichte Befürchtungen, es schien ein wenig schwach zu klingen. Aber dann kam es so richtig wie eine Welle aus dem Saal heraus und ebbte auch nicht ab, bevor nach und nach alle Bandmitglieder die Bühne verlassen hatten und Manu Katché seinen letzten Trommelschlag setzte. Großartig, Leipzig.

Puh, das ist jetzt wieder reichlich viel geworden an Informationen. Ich bitte vielmals um Entschuldigung und bedanke mich bei allen, die trotzdem bis hierher durchgehalten haben. ;-) Aber es war wirklich ein absolut toller und auch reichlich emotionaler Abend für mich. Peter Gabriel schafft es immer wieder, eine Wahnsinnsshow auf die Bühne zu bringen und die Leute damit zu verzaubern. Und ich bin wirklich heilfroh, dass ich diesmal nicht nur von den Erinnerungen zehren muss sondern heute in einer Woche das Vergnügen habe, diese Show tatsächlich nochmal zu erleben. Sooo weit ist Berlin ja nun auch nicht entfernt. Und manchmal lohnt es sich einfach, auch noch ein paar Kilometer mehr dranzuhängen. Außerdem … nehmen wir den Mann einfach beim Wort bzw. bei dem, was gestern Nacht noch auf seiner FB-Seite als Status zu lesen war: sind wir eventuell im nächsten Jahr wieder dabei? Na aber immer doch!!! :-)

PS: da ich diesmal keine Bilder geschossen habe (ich war einfach nicht in der Stimmung dafür) verweise ich hier mal auf die Seite von Tony Levin himself. Dort könnt Ihr mal ein paar Eindrücke des gestrigen Abends gewinnen. Aber versucht nicht, mich im Publikum ausfindig zu machen. Das wird Euch nämlich nicht gelingen! ;-)

12.10.13 20:09
 


bisher 3 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Leni / Website (13.10.13 21:49)
Linnea Olsson ist auch Sängerin der Band Paintbox und die haben schon den Support für den anderen PG und seine Band gegeben! :-)


Torsten (13.10.13 22:18)
Also die Welt ist scheinbar doch kleiner als gedacht. Selbst von den Namenskürzeln her.

Ich fand die Songs zum Cello gesungen gar nicht schlecht. Werde auf jeden Fall mal reinhören in das Album.


Torsten (13.10.13 22:55)
Und gerade hab ich gelesen, sie hat auch mit der Norwegerin Ane Brun zusammengearbeitet. Ane Brun war wiederum als Background-Sängerin auf den "New Blood"-Touren vom Gabe dabei. Also alles eine Familie. ;-)

Name:
Email:
Website:
E-Mail bei weiteren Kommentaren
Informationen speichern (Cookie)



 Smileys einfügen



Verantwortlich für die Inhalte ist der Autor. Dein kostenloses Blog bei myblog.de! Datenschutzerklärung
Werbung