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„Große Gedanken, kleines Gehirn. Einer kommt weiter und der hat dich gern“ – EoC in Leipzig, 31.08.2

Dass mir gestern eigentlich so gar nicht danach war, für ein Konzert durch die Gegend zu gondeln und ich dem ganzen Unternehmen doch ein wenig … leidenschaftslos gegenüberstand, das hab ich hier ja schon ausführlich erklärt. Und diese Einstellung hat sich ehrlich gesagt bis zum Ende auch nicht grundlegend geändert. Mit Ende meine ich jetzt aber Ende der Wartezeit oder besser gesagt den Beginn des Konzertes. Denn mit dem ersten Song hatte es mich dann doch gepackt – was eigentlich auch zu erwarten war. ;-) Es wäre aber auch absolut idiotisch und unverantwortlich gewesen, sich diesen Abend entgehen zu lassen. Die Musik von Element of Crime hat wirklich etwas ungemein Faszinierendes. Wenn ich jetzt sage etwas Magisches, dann klingt das vielleicht ein bisschen überzogen, aber es ist deswegen nicht falsch. ;-) Man muss diese Art Musik halt wirklich mögen. Bisher hatte ich die Herren live ja nur in TV-Ausschnitten oder in Internet-Clips gesehen. Ein „richtiges“ Livealbum gibt es ja von ihnen in der Form auch nicht, da haben sie sich lange gegen gesträubt. Dafür gibt es aber mittlerweile die „offiziellen Bootlegs“, ich glaube 5 Stück an der Zahl aus drei verschiedenen Jahren. Zu diesem Zweck stellt die Band jemanden während des Konzertes mit einem digitalen Rekorder in der Nähe des Mischpultes auf, der die Show dann komplett mitschneidet. Und diese Aufzeichnung kann man dann für einen begrenzten Zeitraum auf einer bekannten Internetplattform gegen ein gewisses Entgelt downloaden. Rau, unbearbeitet, mit allen eventuellen Schnitzern. Aber eben unter Umständen vom Sound her nicht so auf den Punkt perfekt. Naja den richtigen Zauber kriegt man eh nur live vor Ort mit. Und nach vielen Jahren vergeblicher versuche war es für mich dann gestern Abend auch soweit.

Es war erst mein zweiter Besuch in der Parkbühne Geyserhaus, der kleineren der beiden Parkbühnen in Leipzig. Premiere war vor ein paar Wochen für mich dort mit dem Konzert von Felix Meyer. Schöne Location, gemütlich, nettes Personal, guter Versorgung. Allerdings dachte ich schon damals, mit 700 Besuchern ist die Bühne doch ziemlich gut ausgelastet. Dass die Veranstaltung gestern noch eine andere Dimension haben würde, merkte ich schon, als ich vor Ort ankam. Ich war nicht der allererste aber viel fehlte auch nicht. ;-) Empfangen wurde ich diesmal in der Zufahrtsstraße von einem Ordner, der dort das Parken regelte. Ausverkauft wäre die Veranstaltung, das wusste ich ja schon. Aber dass 1600 Karten an den Mann und an die Frau gebracht worden waren, das hatte ich dann doch nicht erwartet. Und man wolle sehen, ob man nicht noch ein paar zusätzlich mit reinlassen könne, die Nachfrage wäre halt doch entsprechend groß. Nun gut, absolut full house, gut für die Band, gut für die Stimmung. Bin dann langsam zum Eingang geschlendert. Dort standen dann auch die ersten 4 Fans und ein paar Zaungäste, die gerade dort im Park unterwegs waren und die die Musik angelockt hatte. Es lief nämlich gerade der Soundcheck und man bekam einen ersten Eindruck von dem, was einen später erwarten würde. Allerdings auch einen kleinen Schreck wie öfters in solchen Momenten, die Lautstärke selbst hier draußen war schon enorm. Aber keine Bange, das hat sich dann alles relativiert und ich habe weder mit einem Rauschen noch mit Schlimmerem zu kämpfen. ;-) Hab mich dann erstmal auf einem da am Wegrand liegenden Baumstamm gegenüber dem Eingang niedergelassen, zugehört und das Treiben rundherum beobachtet. Sicherheitsleute in rauen Mengen diesmal, das war beim letzten Mal auch nicht der Fall. Aber klar, wenn man so viele Zuschauer erwartet. Und um es gleich zu sagen, das war alles Personal der Parkbühne und die waren wirklich angenehm und entspannt. Keine Schikane und keine Nerverei, eher mal ein Lächeln mehr – so sollte es sein. Und wie ich da so saß, wollte die Euphorie immer noch nicht so recht anspringen. Ich zieh das jetzt halt einfach durch – mehr war da im Moment noch nicht. Gut ich hab mich dann schon mal mit vor zum Einlass gestellt, als sich dann die vielleicht ersten 15 Leute ansammelten. Nur so für alle Fälle. Mir ging da sogar eine Idee durch den Kopf, die ich sonst gleich weit weg gewiesen hätte: eigentlich könnte ich mich heute auch einfach mal hinsetzen anstatt zu stehen. Die Musik von EoC kann man notfalls auch mal sitzend einfach genießen, es ist halt nun mal keine wirkliche Tanzmusik. Gelegenheit ein paar schöne Fotos aus der Distanz zu machen. Hört sich doch gar nicht so blöd an. Obwohl es sich für meine sonstige Einstellung eigentlich eher krank anhört. *lach* Dann öffneten sich die Tore, so gegen 18 Uhr. Das erste Mal musste ich sogar meine kleine Lumix-Kamera vorzeigen, ob sie denn auch wirklich kein großes, professionelles Aufzeichnungsgeräte darstelle. Warum nicht. ;-) Schließlich stand ich dann vor der Bühne und hielt eigentlich wirklich Ausschau nach einem geeigneten Sitzplatz. Und da merkte ich dann, so groß ist der Höhenunterschied zwischen den einzelnen Bankreihen nun auch nicht. Wenn man dann einen Großen direkt vor sich sitzen hat, dann hat man auch wieder die Pokarte gezogen. Hm … Auch wenn ich noch nicht völlig davon überzeugt war, ich hab mich dann doch nach rechts umgedreht und da noch genügend Platz an der Absperrung vor der Bühne war, hab ich mich halt doch wieder in Reihe 1 platziert. Man sagt mir ja nach, es würde bei mir schließlich immer darauf hinauslaufen. *grins* Aber ich schwöre, eigentlich war es diesmal anders geplant. ;-) Im Nachhinein bin ich aber doch froh, dass es so gekommen ist. Beste Sicht etwas rechts der Mitte und direkt am Geschehen, da der Bereich bis zur Bühne nur mit dem allernötigsten Abstand bemessen war. Und so hab ich dann gewartet, was da so auf mich zukommt.

Der eigentliche Beginn war nicht so ganz klar. Auf der Karte stand 20 Uhr, die Programmübersicht der Parkbühne am Einlass wies aber bereits 19.30 Uhr aus. Man hat dann wohl den goldenen Mittelweg gewählt, der Support fing dann so gegen dreiviertel 8 an. „Apples in Space“ hatten die Ehre, den Abend zu eröffnen und das Publikum ein wenig in Stimmung zu bringen. Muss mich nochmal ein bisschen schlau machen über die Band, denn eigentlich ist es eine komplette Band mit wohl immer mal wechselnden Musikern aus verschiedenen Ländern um die beiden Hauptakteure Phil Haussmann und Julie Mehlum. Als Alternative Folkband werden sie ausgewiesen, was auch immer genau das heißen mag. *grins* Den gestrigen Abend bestritt aber nicht die ganze Band sondern nur die beiden bereits erwähnten Köpfe der Gruppe. Sie brachten ihre Stücke nur mit Gitarre und zweistimmigem Gesang zu Gehör. Hat mir gut gefallen und auch beim Rest des Publikums sind sie gut angekommen, dem Applaus nach zu urteilen. Was allerdings wieder einmal genervt hat, war die ständige lautstarke Plapperei und Kicherei der eben in diesem Moment NICHT Zuhörer hinter mir. Bei solch „zarter“ Musik fällt das natürlich umso mehr auf. Gut ich hab es durchaus schon schlimmer erlebt aber vielleicht zwei Reihen hinter mir schien sich eine besonders penetrante Zelle eingenistet zu haben. Da möchte man dann doch im liebsten diesen vulkanischen betäubungsgriff ausprobieren. ;-)

Nach den „Apples“ gab es dann eine recht kurze Umbaupause und dann war es endlich soweit. Die vier Herren von EoC und der sie mittlerweile schon länger ergänzende Geiger betraten die Bühne und nahmen die Anwesenden mit auf ihre Reise. Vielleicht sollte ich kurz was einschieben für alle, die mit dieser Musik nicht so vertraut sind. Ich erwähnte schon, Tanzmusik ist es nicht. Es gibt auch nicht wirklich die großen Mitklatschpassagen. Natürlich kann man die Texte mitsingen, wenn man sie denn kennt. Aber auch hier gibt es nicht die ansonsten doch verbreiteten Sing-a-long Parts oder die Zwiesprache zwischen Sänger und Publikum. Auch sollte man keine allzu große Aktion auf der Bühne erwarten. Die Herren stehen überwiegend da, wo sie sich am Anfang platzieren, Bewegung ist da eher eingeschränkt. Nun denkt aber nicht, dass man deshalb in absoluter Langeweile versinken würde. Das liegt alles irgendwie auch in der Natur der Songs. Es ist eben eher was zum Hören, Schwelgen und Genießen. Die Musik ist mitunter leicht und beschwingt, dann auch wieder etwas knackiger und rockiger. Immer schwingt aber so eine leichte Melancholie mit, so ein bisschen dunkler Touch lässt sich nicht verleugnen. Getragen wird alles von markanten Gitarrenlinien, die Jakob Ilja perfekt aus den Saiten zaubert. Schlagzeug mal etwas markanter und kräftiger, dann eher wieder dezent im Hintergrund, immer aber als solides Gerüst angenehm angelegt. In den Studioaufnahmen wird das alles meist auch durch Streichersätze komplettiert, die auf der Bühne durch einen „Leiharbeiter“ an der Geige ersetzt werden. Reicht aber völlig, weniger ist halt manchmal mehr. Aber es passt halt perfekt zur Musik. Und natürlich mischt sich auch immer wieder eine Trompete in den Sound, die Sven Regener nach wie vor persönlich spielt. Auch live immer wieder ein besonderer Moment, wenn er zu diesem Instrument greift. Wollen wir dabei aber auch nicht vergessen, dass die Songs natürlich neben all diesen Punkten auch von seiner Stimme leben, kräftig und leicht kratzig, eben passend zu diesem Sound. Last but not least natürlich die Texte, welche Herr Regener selbst verfasst. Er hat eine ganz eigene Art der Lyrik entwickelt für sich und seine Lieder. Hat das nicht manchmal sogar ein bisschen was von der Brachialromantik eines Duo Sonnenschirm? ;-) Vielleicht am Rande. In den Liedern von EoC geht es überwiegend um Zwischenmenschliches, um die kleine und großen Stärken und Schwächen eines jeden von uns, um die Tücken des Lebens im Allgemeinen. Um die große Liebe, wie man sie zu finden hofft. Oder wie man nun damit umgeht, dass man sie verloren hat. Das ist wunderschön, herzzerreißend, aber manchmal auch abgedreht und skurril zugleich. Wie Regener mit Sprache umgehen kann, das ist schon genial. Ich mag ja solche Spielereien und schon deshalb hänge ich an diesen Liedern (und weil sie einem oft eben einfach aus der Seele sprechen). Die sprachlichen Zusammenhänge und Metaphern, die er findet und benutzt, das ist wirklich der Hammer. Und ist denke ich auch eher einzigartig. Wer käme schon auf den Gedanken, ein Lied zu schreiben über spielende Kinder, Erdbeereis, eine Mutter, die stürzt, weil man ihr ein Bein stellt, ein metallicbraunes Auto … und es dann gipfeln zu lassen in den Zeilen: „Ganz egal, woran ich grade denke, am Ende denk ich immer nur an Dich!“ ;-) Man könnte hier noch viele Beispiele aufführen aber hört besser mal selber rein. Wenn man manche Lieder zum ersten Mal hört, dann denkt man mitunter: wo will er eigentlich hin mit dem Text? Aber irgendwann kommt die oft unerwartete Wendung. Genial.

Zwei Stunden haben uns die Herren bestens unterhalten. Zu hören gab es einen wie ich finde sehr schönen Mix aus alten und neuen Titeln, angefangen bei „Blaulicht und Zwielicht“ und „Surabaya Johnny“ über „Draußen hinterm Fenster“, „Jetzt musst du springen“ und „Delmenhorst“ bis zu „Kaffee und Karin“ oder „Am Ende denk ich immer nur an dich“. „Delmenhorst“ übrigens der einzige Song, der die Band mal in die deutschen Single-Charts brachte. Und das zu einer Zeit, zu der eigentlich schon kaum noch Singles verkauft wurden. *lach* Natürlich waren auch einige der englischen Songs mit im Programm, die gehören schließlich einfach dazu. Ich für mein Teil fühlte mich gut versorgt, viele meiner Lieblingslieder hatten den Weg in die Setlist gefunden. Und die anfängliche „Mir doch egal“ – Einstellung war sehr schnell auf und davon. So konnte ich das Konzert dann doch noch richtig genießen und mich darauf einlassen. Auch wenn das mitunter fast einen Tick zu weit geht. ;-) Bei „Seit der Himmel“ musste ich wirklich kämpfen und hab ein paarmal schwer geschluckt, ich war halt schon immer fasziniert von diesem Stück. Richtig gerissen hat es mich allerdings bei „Vier Stunden vor Elbe 1“. Diese ganze Stimmung des Songs mit Mundharmonika, Trompete und Gesang, das Licht- und Schattenspiel der Beleuchtung und eben die Atmosphäre des Textes, das war wohl irgendwie ein bisschen zu viel. Da half dann auch alles Schlucken nichts mehr. Nur gut, dass es da schon regnete. Dadurch konnte man nicht so richtig erkennen, war das nun ein Regentropfen oder doch das eine oder andere Tränchen. ;-)

Apropos Regen, das war wohl auch das einzige Ärgernis des Abends. Und jetzt sage mir bitte niemand mehr, man könne die Wettervorhersagen nicht ernst nehmen! ;-) Pünktlich gegen 21 Uhr, wie es meine Wetter-App vorhergesagt hatte, fing es an zu regnen und hörte bis zum Ende des Konzertes nicht wieder auf. Aber das tat der Stimmung keinen Abbruch. Nichts was man mit einem Cape und etwas Durchhaltevermögen nicht hätte bewältigen können. ;-) Alle haben bis zum Ende durchgehalten und die Band gebührend gefeiert. Natürlich haben wir auch die geplanten Zugaben lautstark eingefordert. Und bekommen. Ich denke, das ist auch so eine Eigenheit bei EoC. Insgesamt gab es 4 Zugaben, zweimal mit 2 Titeln und dann noch 2 mit jeweils einem Titel. Genau wie geplant, auch kein Wetterbonus. Allerdings glaube ich, man hat uns nicht so lange warten lassen jedes Mal, da gab es schon andere Situationen. Aber vielleicht bilde ich mir das auch nur ein. ;-)

Die Rückfahrt war dann nicht ganz so entspannt wie erhofft. Der Regen hat mich fast den ganzen Weg über begleitet, mal etwas mehr und mal etwas weniger. Schon dadurch konnte man nicht so fahren, wie man es eigentlich gerne wollte. Noch dazu haben die Tropfen und die nasse Straße den unangenehmen Nebeneffekt gehabt, dass mich die Scheinwerfer noch mehr als sonst geblendet haben. Und die Kopfschmerzen, die ich schon den ganzen Tag über mit mir rumgetragen habe, haben das noch ein wenig verstärkt. Trotz allem bin ich gut daheim angekommen und bin beim Öffnen des Hoftores nicht mal nass geworden. ;-)

So, das war also mein erstes Element of Crime Konzert. Es war wirklich ein tolles und besonderes Erlebnis. Übrigens (um das noch nachzutragen) bei bestem Sound, selbst direkt vor der Bühne. Fett und klar, Instrumente gut erkennbar, Stimme bestens verständlich und trotz Boxennähe nicht zu laut. Perfekt. Glückwunsch und Dank an den Mann am Mischpult. :-) Und nun hoffe ich, es wird nicht wieder Jahre brauchen, bis ich die Elements mal wieder live auf der Bühne erleben kann …

1.9.13 17:39
 


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